Cuy – Mission accomplished

Cuy heist auf peruanisch Meerschweinchen und ist der kuschelige Hauptdarsteller in meiner nächsten Mission.

Mission von Maohl: „Weil das in Suedamerike gehen soll ergeht folgende Mission Possible: Meerschweinchen am Stiel essen!“

Sind uns Meerschweinschen nur als Haustiere bekannt, rümpft der Peruaner ob dieser Tastache verächtlich die Nase. Meerschweinchen sind hier Nutztiere und ausschließlich zum Essen da. Jährlich werden an die 60 Millionen Meerschweinchen in Peru verspeist. Meist als Filet oder fritiert. Meerschweinchen werden überwiegend in den Bergregionen Perus zubereitet und wie der Zufall es will, befinde ich mich gerade in einer solchen. Die Mission kann beginnen.

Zusammen mit Kris und Leanne, dem Neuseeländischen Pärchen, machen ich mich auf in die Stadt auf der Suche nach einem geeigenten Restaurant. Direkt am Hauptplatz von Arequipa gibt es das einzige pre-Inka Restaurant der Welt. Dieser Ort erscheint uns als bestens geeigent für meinen kulinarischen Ausflug. Kaum haben wir das Restaurant betretten, werden wir vom Chef höchstpersönlich eingeladen die Küche zu besuchen. Hier wird ausschließlich mit Tontöpfen und heißen Lavasteinen gekocht.

Preinkatöpfe aus Ton.

Preinkatöpfe aus Ton.

Es gibt keine Zwieblen, Knoblauch oder Saucen. Nur Salz und die damals bekannten heimischen Kräuter und Gemüse kommen in die Töpfe. Darauf ist der Chef sehr stolz und beschreibt seine Küche als eine Küche von welcher sich die Küchen der Welt ableiten. Sei es Asien, Europa oder Amerika.

Nach dieser kleinen Führung bestelle ich selbstverständlich ein Meerschweinchen nach Art des Hauses mit allem drum und dran, sprich Kopf und Füße. Das Meerschweinchen gibt es zwar nicht am Spieß, wird aber zwischen zwei heißen Lavasteinen gequetscht zubereitet.

Der Meister der Pre-Inka Küche mit meinem Hauptgericht.

Der Meister der Pre-Inka Küche mit meinem Hauptgericht.

Kris und Leanne entscheiden sich für Süßwasserkrebse und Alpaca. Das Restaurant ist urig und der Kellner wirkt inspiert von John Cleese aus Fawlty Towers. Entreißt er doch gerne mal das falsch servierte Essen den Gästen, die gerade dabei sind es sich schmecken zu lassen. Den meisten am Tisch vergeht allerdings das Lachen als mein Meerschweinchen, trapiert auf einem heißen Stein serviert wird. Dabei sieht es meiner Meinung nach sehr glücklich aus.

Ein überaus glückliches Meerschweinchen

Ein überaus glückliches Meerschweinchen

Mit einer Geflügelschere mach ich mich daran, den Nager zu zerlegen. Zusammen mit verschiedenen Kartoffeln, der Peruaner kennt über 3000 verschiedene Sorten, und Mais lass ich es mir schmecken. Apropos schmecken, Meerschweinchen hat einen eigenen Gechmack und erinnert entfernt an Hase mit strenger Note von Lamm. Zudem ist es unglaublich fettig. Klar wird ja auch richtig kalt hier und da kommt so ne Fettschicht sehr gelegen. Auch Kris und Leanne bekommen ihr Fett bzw. Meerschweinchen ab. Im Tausch gegen Alpaca.

Pre-Inka Beilage

Pre-Inka Beilage inklusive Potacco

Und im Nachhinein ist Alpaca wesentlich leckerer als Meerschweinchen. Da ist auch viel mehr dran und man ist nicht die ganze Zeit damit Beschäftigt irgendwelche kleinen Knochen abzunagen,  vergleichbar mit  z.B. Leguan. Das ist sehr schade hat man doch nie das Gefühl in saftiges wahres Stück Fleisch zu beisen. Erwähnt werden soll an dieser Stelle noch eine mir völlig unbekannte Kartoffelsorte, die Teil der Beilage ist. Diese ist sehr hart und trocken, schmeckt wie eine Mischung aus Kartoffel und Tabak und mann will unfreiwillig immer mehr davon. Frei nach Homer Simpson nenne ich sie Potacco. Ich werde in Cusco sicherlich noch mal Meerschweinchen probieren, vielleicht mit ein bischen Sauce Zwiebeln und Knoblauch. Aber dieses hier gehört eher in die Kategorie, been there done that. Aber hey, Mission ist Mission und somit – Mission accomplished.

Euer CuyPhil

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3 Responses

  1. Maohl sagt:

    Schaut echt grob aus muss ich sagen, aber ich hätte es definitiv selbst auch probiert! Mission erfüllt, weiteres probieren mit Salz, Knoblauch und Sauce erfogt also ausdrücklich auf eigenen Wunsch (und eigene Gefahr)!

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