…und Action

Nachdem ich bereits am Hotwater Beach ein wenig geothermale Aktivitaeten geniessen konnte entschied ich mich ein wenig Strecke zu machen und fuhr bis nach Rotorua durch. Und hier ging es erst richtig los mit der geothermalen Aktivitaet. Mitten im Stadtpark blubbert und brodelt es vor sich hin.

Ueberall raucht es und man bekommt ein Gefuehl fuer die mehr oder weniger nicht vorhandene und ansonsten schuetzende Erdkruste. Die Einwohner finden das alles ueberraschender Weise alles andere als beaengstigend. Fuer die Maori ist dieser Ort heilig und eine Quelle der Heilung.

Meinetwegen, aber ich frage mich ob ich in einer Stadt leben moechte die Tagein, Tagaus nach faulen Eiern stinkt Und das nicht nur so en bischen sondern so richtig. Manchmal wacht man in der Nacht auf weil der Gestank kaum auszuhalten ist. Dabei hab ich mir wirklich Muehe gegeben eine Campingplatz etwas ausserhalb der Stadt zu suchen um eben jenem Gestank aus dem Weg zu gehen. Aber die Einheimischen haben einfach die Stadt etwas weiter vom Stinkepark weggebaut, so dass ich zwar etwas ausserhalb war, der Stadtpark aber auch. Und der Wind sorgt dafuer das man auch ja jede Stinkewolke zu Gesicht und folglich auch in die Nase bekommt.

Nun ist Rotorua nicht nur ein Zentrum fuer schwefelabhaengige Eier EintausendJahreimbodenvergraber, sondern beherbergt auch die fuer Neuseeland typischen Freizeitaktivitaeten, wie Zorb, Swoop, Agrojet, Bungy und extreme Bodyflying. Sobald sich abzeichnete das der kommende Tag gesegnet mit Sonnenschein sein sollte, machte ich mich auf in das Agrodome. Das Mekka fuer Adrenalinsuechtige in Rotoura. Nach kurzer Einfuehrung erwarb ich ein Kombiticket fuer Zorg, Swoop, Agrojet und Bodyflying. Um erstmal wach zu werden etnschied ich mich fuer den Swoop, als Vorspeise sozusagen. Im Swoop wird mann in einer Art Schlafsack festgeschnallt

und anschliessend auf ca. 60 Meter Hoehe hochgezogen.

Ab da ist alles ganz einfach man zieh an einer Leine und schwingt als menschliches Pendel aus 60 Meter Hoehe etwa einen Meter ueber dem Boden hinweg. Nun war ich wach und mein Stoffwechsel schrie nach mehr von diesem lustigen Adrenalin.

Nur wenige Meter entfernt befindet sich der Agrojet. Der Agrojet ist ein kleines, wirklich sehr kleines Aluminiumboot das Platz fuer drei Personen bietet.

Ausgestattet mit einem 450PS Motor, umfaehrt der reaktionsschnelle Pilot 180 Grad Kurven in einem Wahnsinnstempo. Die dabei entstehenden Fliehkraefe sind genau das wofuer man bezahlt hat, und reichlich vorhanden. Nach dieser kleinen Bootstour streifte mein Blick den Bodyflyingturm.

Beim Bodyflying versucht man unter Zuhilfenahme von Armen und Beinen auf einem Luftstrom zu balanzieren. Wie frueher wenn man versucht hat mit einem Strohhalm einen Styroporball in der Luft zu halten. In diesem Fall ist der Strohhalm ein Rolls Roylls Flugzeugmotor und der Ball ist man selber. Die Haltung die man dabei gewungenermasen einnimmt aehnelt stark einem Fallschirmspringer im freien Fall. Nur eben ohne Fallschirm und man faellt ja auch nicht wirklich. Zumindest nicht wenn man es richtig macht. Und vor genau so etwtas stand ich nun, 15 jahre nachdem ich diese vielvesprechende Freizeitgestaltung das erste Mal im Fernseh gesehen habe, bekleidet mit einem vollkommen aus der Mode gekommenen Jeansanzug und im Begriff herauszufinden wie sich ein Styroporball so fuehlt.

 

Schnell wurde mir klar das Bodyflying zu der riessigen Gruppe von Dingen gehoert die einfach und entspannt aussehen, es aber ueberhaupt nicht sind. Nach vier Minuten war ich ausser Atem aber gluecklich. Das Gefuehl ist in etwa, wie wenn man versucht sich schraeg in einen starken Wind zu lehnen und dabei die Jacke aufmacht. Nur eben viel staeker und horizontaler.

Als naechstes war der Zorb dran. Da bereits Jackie Chan in ¨Operation Condor¨ in einem Gummiball den Hang herunter gerollt ist, war es eine Frage des Anstands. Als treuer Fan muss man natuerlich ebenso in einem Gummiball einen Hang herunter rollen wenn sich einem die Gelegenheit bietet. Und genau das war der Zorb. Es gibt drei Varianten. Die erste ist die bereits beschriebene, in der zweiten wird man in dem Ball festgeschnallt und hofft das die Gravitation sich fuer einen Moment mit etwas anderem beschaeftigt als dem eigenen Verdauungstrackt. Da das nur sehr selten passiert, wird einem nur total schlecht davon und der vermeindliche Spass entpuppt sich als Tagedieb. Ich entschied mich fuer die dritte Variante. Hier bekommt man einen odentlichen Schwung Wasser mit auf den Weg.

Waehrend der Ball den Hang herunter rollt

und einem staendig das Wasser ins Gesicht schlaegt, kann man versuchen zu springen, zu stehen oder einfach nur herauszufinden wo oben und wo verdammt nochmal unten ist.

Nach einer solchen (tor)tour ist man natuerlich einigermassen euphorisch. Mittlerweile nahm das Sonnenlicht ein wenig ab und der Tag neigte sich zu Ende.

Am naechsten Tag hatte ich wie erwartet einen schoenen Muskelkater und so genoss ich die unterschiedlichsten heisen Quellen und die damit verbundenen Bademoeglichkeiten und das vollkommen umsonst. (Natuerlich nicht ohne vorher nochmal im Agrodome ein klein wenig Styroporball zu spielen.)  Und das ist in dem riessigen Freizeitpark Neuseeland, in dem einem fuer jede kleine Sehenswuerdigkeit und jedes Naturspektakel und sei es auch noch so unspektakulaer wie eben jener Sprichwoertlicher Sack Reis der ab und zu im Reich der Mitte umfaellt, Geld und anschliessend, wenn man herausgefunden hat wofuer man da eigentlich bezahlt hat, Gemuetsruhe abverlangt wird, alles andere als selbstverstaendlich. Und so entspannte ich meine Gliedmasen in heisskaltem Wasser.

 

(von links kommt kaltes Wasser, von rechts sehr sehr warmes Wasser, wirklich!)

Das war auch bitter noetig mein naechster Stop war Mount Tongarrio, besser bekannt als Mount Doom aus dem Film „Herr der Ringe“, wo ich eben jenen ca. 2500 Meter hohen Berg auf Frodos Spuren ueberqueren werde.

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6 Responses

  1. Feedbackboy sagt:

    Hell yeah… Bodyflying-Zorb-Boy…
    das sieht nach wirklich viel richtig sinnfreiem Spass aus.

    Fantastico!

  2. Chaos sagt:

    @Feedbackboy
    sinnfrei ist genau das Wort nach dem ich die ganze Zeit gesucht habe. Das trifft es ziemlich genau :) Und jetzt wo ich das Wort habe und nochmal darueber nachdenek stelle ich fest das hier in NZ so einiges sinnfrei ist :)
    hihi

  3. Silä sagt:

    In einem kleinen Kuhdorf da haben wir uns getroffen.

    Magst Di dich erinnern? Wir erkundigten uns nach dem Tongarirro Alpine Track im Visitorcenter. Und Du hast uns die Rekordzeit genannt, die man dafür benötigt. Also mussten wir das doch auch probieren, hat geklappt.

    Wir eine Deutsche und ein Schweizer. Na alles klar, wir sprachen über die vielen komischen Touristen.

    Na wie wars in Abel Tasman?

    Und an der Westküste, Super schön oder?

    Hast Du den Strand zum übernachten in der Nähe der Pancakerocks gefunden?

    Und was machen die Fliegkünste in Queenstown?

    Wären gespannt über News.

    MfG

    Silä und Moni

  4. thelittlegear sagt:

    He Kratersen! Mehr davon please. Bodyflying astrein.

  5. Chaos sagt:

    @Silä
    natuerlcih kann ich mich noch erinnern. Wie ihr vielleicht schon gelesen habt, haben sich meien Plaene ein wenig geandert, aber fliegen war einsame Spitze. Glueckwunsch zum tongariocrossing!

  6. Chaos sagt:

    @littlegear
    kein Problem, siehe Eintrag „Vogelfrei“…

    knickknack:)

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