Regenwald, ein Traum in gruen

„Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist gruen“, ist das wohl duemmste Spiel was man hier spielen kann. Hier ist einfach alles gruen. Und schuld daran ist dieser unbeschreiblich schoene Regenwald. (Hier ist uerbigens das Atherton Tableland in North Queensland)

Die meisten kennen meine ungebremste Leidenschaft fuers Tauchen und wissen um meine Schwaeche wenns es darum geht den Bewohnern der Meere auf den Leib zu ruecken. Bis jetzt war es fuer mich das Mass allen Lebens, und der schoenste Lebensraum auf unserem Planeten. Nach zwei Wochen im Regenwald muss ich allerdings eingestehen, dass ich mich nicht entscheiden kann, was mir besser gefaellt.

All diese verschiedenen Gruentoene die miteinander nahezu das gesamte sichtbare Spektrum von Gruen bis Gruen abdecken, haben es mir angetan.


(Meine persoenliche Titanic) 

 Ausgangspuntk fuer meine taeglichen Ausfluege in den Traum aus Gruen, ist eine kleine Stadt namens „Yungaburra“.


(Es hat zum Glueck nie gebrannt) 

Den Namen fand ich ganz lustig und das reicht mir durchaus um den Wagen in eben jene Richtung zu lenken. Dort angekommen wurde ich herzlichst in einem kleinen Hostel namens „OnTheWallaby“, welches beseelt ist mit lauter netten Menschen, aufgenommen. Abends machten wir zusammen Musik, schrieben Lieder zu Ehren des Schnabeltiers (wenn ich nur ein Internetkaffe finden in welchem ich die Datei in mp3 umwandeln kann) und auch das eine oder andere Bier wurde getrunken. 

Und so wurden aus einem Tag ueber eine Woche und ich hatte genug Zeit die Umgebung zu erkunden. Das Schanbeltier war uebrigens ein ganz entscheidender Faktor, bei meiner taeglichen Entscheidung noch ein Tag laenger zu bleiben. Tag fuer Tag begab ich mich auf die Lauer und harrte Stunde um Stunde aus.

 Doch erst als ich die ofizielle Platypus-Spotting-Kriegsbemalung erhielt

 

(Meinem Magen gehts gut, ich versuche nur boese zu gucken)

habs ich dann endlich gesehen, und dokumentarisch festgehalten.

(Der kleine schwarze Punkt in der Mitte, das ist ein Schnabeltier. Wirklich! Deswegen ja auch das Lied, hihi) 

 Zurueck zum Regenwald. Einen kleinen Hacken hat die Sache mit dem Regenwald. Ohne Regen, kein Wald. Und es regnete die ganze Zeit. Zudem herrscht hier eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Pro Tag verbrauche ich so an die 4-5 T-Shirts, aufgrund von exzessiven Schweiss- bzw. Regenausbruechen und zwei Dollar fuer den Trockner (ohne Trockner trocknet hier gar nichts).


(das es links nicht regnet ist reiner Zufall) 

Aber da gewoehnt man sich schnell daran und die Landschaft entschaedigt fuer alles. Und so bewege ich mich Tag fuer Tag auf geschwungenen Pfaden, triefnass (es ist ungefaehr so, als wenn man Duschen geht und sich danach ohne abzutrocknen in die Sauna setzt) durch den Regenwald, immer auf der Suche nach einem Weg abseits der ausgetretenen Pfade. 

Anfangs hatte ich noch Problem die Geschichten der ersten weissen Maenner nachzuvollziehen, die den Regenwald als eine „gruene Hoelle“ bezeichneten. Doch schon bald musste ich dem beipflichten. Auf den ersten Blick wunderschoen, auf den zweiten ein Kampf ums Ueberleben der seines gleichen sucht. Hier kaempfen nicht nur die Tiere ums ueberleben sondern auch die Pflanzen. Alles hat hier Stacheln, die sich tief in die Haut bohren (habs probiert, funktioniert einwandfrei), Lianen die man besser nicht zur Fortbewegung nutzt


(Der CurtainFigTree der seit ueber hundert Jahren den Wirtsbaum wuergt) 

und Pflanzen die einem beim blossen zarten vorbeistreifen, drei Monate lang bestialische Schmerzen bereiten koennen. 

Diese Pflanzen heissen bei den Aborigines „Gimpy Gimpy“ wobei ein Gimpy so viel wie „hoellische Schmerzen“ bedeutet. Das zweite Gimpy erklaert sich denke ich von selbst.  Und es ist auch nicht so dass man nur sehr selten auf diesen Busch stoesst, wenn man erstmal weiss wie dieser Busch aussieht, trifft man ihn ueberall. Und es ist ne gute Sache zu wissen wie er aussieht, hihi. Und um es euch leichter zu machen eben jenen Busch zu identifizieren hier ein Bild davon.


(Me First and the Gimpy Gimpy) 

Wir reden hier wohlgemerkt vom versehentlichen vorbeistreifen, die Sache kann ganz anderst ausgehen wenn man hineinfaellt.  Auf meinen Streifzuegen durch den Regenwald traff ich natuerlich auch das eine oder andere Getier. Da gibt es die durchaus haeufiger vorkommende red-bellied black snake (total giftig)
  (es ist uebrigens ein Geruecht, dass Schlangen fluechten wenn man trampelt oder sich andersweitig bemerkbar macht, auch das habe ich probiert, aber wenn se nunmal nicht will)  Spinnen, etwa so gross wie eine gespreitzte Hand , die zwar nicht toedlich sind aber einem auch ganz schoen zu schaffen machen koennen und mit Vorliebe ihre Netze quer ueber den Weg auf Gesichtshoehe spinnen.

 

Spinnen bei denen man an Darwin und der Natur ob Ihrer Formgebung zweifeln mag.

Und solange man an einen Fuehrer wie diesen hier zu Hand hat

 kann man sich auch des Naechtens in den Dschungel wagen. Und wenn man ganz leise ist dann kann man sogar ein paar Schluempfe sehen.


und im Sinne der Nahrungskette waere das hier dann Gargamel.

Aber all das ist nichts gegen das was ich an meinem letzten Tag sah. Auf dem Weg zurueck von einem der unzaehligen Wasserfaelle

(das ist der Wasserfall (MillaMilla-Falls) aus der Timotei-Shampoo Werbung, die nackte Frau war aber nicht mehr da, hab ueberall gesucht.)  sah ich etwas das ich bisher nur aus „Starshiptroopers“ kannte, im Geast versteckt sass er, der gemeine Brainbug  Ein klein wenig spaeter, als der arme Kerl vollstaendig ausgesagt war, fiel dieser leblos auf den Waldboden und das war, wenn auch im kleinen Massstab, ganz schoen grauselig.Aber das gehoert einfach zur grossen Regenwaldshow dazu und hat durchaus seinen Reiz. Und kombiniert mit eben jenen Wasserfaellen von denen ich weiter oben schon berichtet habe ein Erlebniss sondersgleichen. Einer der schoensten Wasserfaelle sind die Josephin-Falls.    Diese bestechen nicht nur durch ihre Schoenheit sondern auch durch ein breites Angebot an Aktivitaeten die einem hier zur Verfuegung stehen. Und falls man nicht von alleine daraufkommt, haben schlaue Menschen rund um die Faelle Schilder aufgestellt, auf denen alle Aktivitaeten nochmal zusammengefasst sind.   
 

 

(no comment!)

Und spaetestens da, wurden der Regenwald,

seine Bewohner,

und ich ganz dicke Freund.

Und ich bin mir sicher es wird nicht lange dauern, dann komme ich zurueck um wieder durch die Waelder zu streifen, und auf geschwungenen Pfaden, bergauf bergab, tagein tagaus, dem Bann der „Gruenen Hoelle“ zu erliegen und um die eine oder andere Pforte zu durchqueren. 

 

 

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8 Responses

  1. Feedbackboy sagt:

    Yo Philipp…

    was genau machst Du da mit der Kröte?

  2. Dirk sagt:

    Na er ist kurz davor der Kröte den Daumen hintenreinzustecken,tja,im Regenwald da gehts anscheinend lustig zu, hihi

  3. rue sagt:

    grüner Daumen?

  4. Chaos sagt:

    grmmpf, das ist keine Kroete sondern ein gruener Baumfrosch. Und ein toal putziges Kerlchen noch dazu. Hat mich einfach angesprungen. Und was die Sache mit dem Daumen angeht, liegt ihr ganz falsch (danke Dirk!)
    :)

  5. Stefanie IMC sagt:

    Hättest du Zeit und Lust für eine 1-2 tägige CLIX-Mission in Neuseeland?

    Falls ja, melde dich doch kurz per E-Mail: stefanie.klein (at) …

    Ansonsten weiterhin viel Spaß und viele Grüße aus Berlin!

  6. marc sagt:

    hallo Philipp,
    deine berichte sind einfach super. nachdem ich letztens deine erlebnisse mit dem regenwald gelesen habe, habe ich gleich nächtelang vom regenwald und von spinnen geträumt.
    ich finds super!

  7. Chaos sagt:

    freut mich zu hoeren, dass es gefaellt :)
    und motiviert mich weiterzuschreiben…

    Ich hab auch noch viel mehr Spinnenfotos, falls dir das beim Einschalfen hilft :)

  8. Silvan/Marcel sagt:

    hey philipp wie gehts dir?…geniale seite hast du da!!;-)…ganz schön viel erlebt.wäre schön im moment wieder im norden australiens zu sein.im cape tribulation,als hier in europa…im aussgang zu erfrieren;-)bald hast du purzelltag,unser kleiner!hehe falls man sich nicht hört,ALLES GUTE 😉 peace

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