Neuseeland mag mich

Ich muss zugeben, allmaehlich wird es mit Neuseeland. Zum einen habe ich mich mittlerweile damit abgefunden, dass es nur ein weiteres Land am anderen Ende der Welt ist und zum anderen ist Neuseeland, speziell hier in Coromandel wirklich schoen anzusehen und der Vergleich mit dem „Allgaeu auf Acid“ beginnt ein wenig zu hinken, was sicherlich auch an den vielen Straenden liegen mag.

 

Zudem hab ich jetzt einen wunderschoenen Sonnebrand und das gibt einem doch ein gewisses Mehr an Urlaubsfeeling. Ein klein wenig Glueck verhalf mir dann letzenendes dazu, meine anfaengliche Meinung nochmal zu ueberdenken. An dem besagten Strand, an dem ich meine 42er Mission absolvierte, holte ich mir nicht nur eine neue Hautfarbe sondern, verlor ganz nebenbei auch meine Autoschluessel.

Als ich nach einem ausgedehnten Bad in den Fluten etwas aus dem Auto holen wollte, konnte ich den Autoschluessel nirgends finden. Mit jeder Sekunde die ich damit verbrachte die letzen 20 Minuten zu rekonstruieren wurde mein Gesicht zunhemend bleicher und das trotz anhaltender Sonneneinstrahlung. Als ich vor 15 Minuten das letzte mal im Wasser war, habe ich vergessen den Autoschluessel zurueckzulassen und vermutlich war er mittlerweile schon tief unten auf dem Meeresgrund, wo sich die Kreaturen der Tiefsee wunderten was den da von oben zu ihnen herabgestiegen war (ja, ich war ziemlich weit draussen im offenen Meer schwimmen). Jetzt hatte ich nicht nur eine abgeklebte 42 auf der Brust und guckte ziemlich dumm aus der Waesche. Jetzt musste ich auch noch zu den einzigen Menschen weit und breit gehen (eben jenen zwei Maedels) und mich abermals auslachen lassen. Jetzt hat die Rothaut auch noch seinen Autoschluessel verloren, hoerte ich sie im Geiste sagen. Da inzwischen mehr als 20 Minuten vergangen waren hatte ich auch keine Hoffnung das der Schluessel vielleicht doch zu finden sei. Die Wellen waren gross und kraeftig und die Ebbe war in vollem Gange. Ich schritt noch einmal den Strand ab und watete durch das Meer und ueberlegte wie ich der Autovermietung klarmache, dass es nicht meine Schuld war, als ploetzlich vor mir orange schimmernd der Schluessel kurz in den Fluten erschien.

(Die Foto ist gestellt, eigentlich war der Schluessel von Wellen umgeben, aber ich bin ja nicht bescheuert und schmeisse den Schluessel nochmal ins Meer)

Adrenalindurchflutet hechtete ich in die Fluten und  entriss der nahenden Welle meinen Autoschluessel. Aufgeregt huepfte ich am Strand hin und her, riss meine Arme in die Luft und gab Freudenlaute, und was fuer welche, von mir. Ich glaube das war der Moment an dem die zwei Frauen den Strand verliessen. Ich hatte Sie wohl zu sehr beeindruckt. Aber was viel wichtiger war, ich hatte meinen Autoschluessel wieder. Das Gluecksgefuehl war unbeschreiblich und die Erleichterung gross. Neuseeland mag mich! 

Durch dieses Erlebniss bestaerkt und mit meiner 42 auf der Brust, war ich mir sicher, ab jetzt wird alles anderst. Und tatsaechlich am naechsten Tag war die Sonne weg und es regnete. Aber das war weiter kein Problem, denn heute stand der ¨Hot Water Beach“ auf dem Programm.   

Zusammen mit Arne und Melanie, zwei Berliner die ich am Abend voher auf in Hahei traff,

 

 machten wir uns in aller Teufelsfruehe auf den Weg zum Hotwaterbeach. Wie ich aus dem Radio, was reiner Zufall ist ich hoere eigentlich gar kein Radio, erfahren habe beginnt die Flut um ca. 10.00 Uhr und man will auf jeden Fall vorher am Strand sein. Der Hotwaterbeach zeichnet sich dadurch aus, dass sich unterhalb des Strandes ein Wasserreservoir angesammelt hat. Dieses wird nun durch einen unterirdischen Magmastrom auf ueber 170 Grad erhitzt und steigt demzufolge nach oben. Befindet man sich nun oberhalb dieser Quelle wirklich heissen Wassers, kann man sich nicht nur prima Haende und Fuesse verbrennen, sondern mit einer Schaufel nachhelfen und sich im Sand einen beheizten Pool bauen. Was unter uns gesagt viel besser ist als sich staendig Fuesse und Haende zu verbrennen, ich habs probiert. Dazu graebt man etwa einen Meter tief und laesst das Wasser aus der Tiefe nach oben stroemen. Um die Temperartur in dem nun geschaffenen Spa-Pool herabzusenken fehlt nur noch ein passender Zufluss fuer das doch recht kalte Meerwasser und voila man kann entspannt dem naechsten Winter entgegen sehen.

 

Leider waren wir etwas zu spaet, die Flut hatte gerade eingesetzt und begann das Becken zu fluten und die aeusseren Begrenzungsmauern zu durchbrechen. Aber fuer einige Minuten totale Entspannung hat es gereicht und gerade bei dem vorherrschenden Regenwetter ein ganz grosser Spass fuer die ganze Familie.

 

Auf dem Weg zurueck traffen wir eine Gruppe Brazilianer und ihre frierenden Freundinen, die allesamt aufgeregt am Strand hin und her irrten. Sie hatten ihre Autoschluessel verloren. Ich versuchte sie zu beruhigen, und erzaehlte ihnen das mir genau das gleiche passiert ist und der Schluessel sich gleucklicherweise wiederfand. Aber irgendwie haben sie meine Ermunterungsveruche falsch aufgefasst, vielleicht war ich auch zu euphorisch in meinen Ausfuehrungen, und kurz vor dem Ausbruch offener Feindseligkeiten ueberliess ich sie ihrem Schicksal in Form des hiessigen Automobilclubs.

Wir fuhren zusammen weiter in die naechste Ortschaft, d.h. Arne und Melanie fuhren weiter und ich fuhr wieder zurueck, da wir in unterschiedliche Richtungen unterwegs waren. Wie eigentlich alle die ich bisher getroffen habe. Was neben bei bemerkt auch eine schlaue Sache ist. Zuerst die Suedinsel abzufahren und dann wenn der Herbst vor der Tuer steht, und das tut er im Moment merklich, auf die Nordinsel auszuweichen. Aufjedenfall fuhren wir nordwaerts und genehmigten uns ein ordentliches Fruehstueck. Ich frage mich ob diese komischen Wuerste, die einem immer dazu serviert werden wirklich jemandem schmecken, oder ob das nur ein weiteres fatales Missverstaendniss in der Geschichte der internationalen Gastronomie ist. Mit gefuellten Maegen informierten wir uns ueber moegliche Aktivitaeten die auch bei Regenwetter spass machen. Die von uns favorisierte Regenaktivitaet war der BoneCarvingWorkshop. Geleitet von zwei Deutschen, von denen aber der maennliche Part abwesend war, kann man sich hier unter Anleitung seinen Maorischmuck selber versauen. D.h. man bekommt ein Stueck Kuhknochen, und maltretiert dieses solange bis es einigermassen die gewuenschte Form annimmt, oder auch nicht.

Und so verging eine kreative Stunde nach der anderen. Und nach ca. 5 solchen Stunden, war ich fertig. Naja nicht wirklich, aber die Frau Lehrerin wollte nach Hause um zu sehen was ihr Mann da eingentlich trieb und warum er den ganzen Tag nicht aufgetaucht war. Und auch wenn ich mir wirklich reichlich Muehe gab es total zu versauen,

 

war ich am Ende doch recht zufrieden mit meiner Arbeit.

Ich konnte mich gerade noch zurueckhalten mir nicht sofort das Dremmelset fuer den kleinen BoneCarver zu kaufen, und das auch nur weil mein Spaceship keine Steckdose besitzt. Einen Hacken hat die Sache allerdings, man darf sich den Anhaenger nicht selbst umhaengen. Im meinem Fall war das alles andere als ein Hacken. Melanie hat mir in einer feierlichen Zeremonie auf dem Parklatz den geschnitzten Kuhknochen am Band verliehen.

 

Und ich muss zugeben, seit dem ich den Anhaenger trage ist alles viel besser. Noch am selben Tag verabschiedete ich mich von Arne und Melanie und setzte meinen Weg in Richtung Sueden fort, wobei ich nochmal am Hotwaterbeach vorbei musste und demzufolge eigentlich schon wieder zurueck fuhr. Aber ich fuhr, bessergesagt die Enterprise fuhr. Ich passte nur auf das sie sich eingermassen an die Verkehrsregeln hielt.

 

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3 Responses

  1. Maohl sagt:

    Also uns hier die ganze Zeit diese Geschichten und Fotos zu präsentieren und dann zu schreiben, dass ein Sonnenbrand von Nöten war um Dir ein „gewisses Urlaubsfeeling“ zu verschaffen, das ist echt eine bodenlose Frechheit!

    Der Maohl

    P.S.: Und jetzt fängst Du auch noch an Anhänger zu schnitzen, die nach was aussehen. Eindeutig zu viel Sonne!

  2. Chaos sagt:

    :)
    hihi

    p.s. dein reges Interesse an meinem Blog freut mich sehr, weiter so Herr Maohl.

  3. Maohl sagt:

    Verdammt, dabei will ich Dir eigentlich nur auf den Sack gehen! M aus A bei D

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