Great Barrier Reef – Live Aboard

Ich hatte ja bereits beschlossen Cairns so schnell wie moeglich wieder zu verlassen. Das GreatBarrierReef vor der Tuer, war die Entscheidung auch recht einfach und schnellgefaellt. Live Aboard war die Loesung. Und so bestieg ich am 29.01.08 die Nimrod in Cairns und wir machten uns auf in Richtung Osprey Reef.

Das Osprey Reef ist eines der beruehmtesten Riffs hier am Great Barrier Riff. Es ist der Autralischen Kueste etwas 250km vorgelagert. Und ein idealer Ort um endlich mit Haien zu tauchen. Es gab sozusagen eine Haigarantie. Die naechsten 5 Tage sollte ich auf diesem Boot verbringen. Davon waren drei Tage reine Tauchtage. Bei fuenf Tauchgaengen pro Tag hiess das allerdings um 06:30 Uhr aufstehen. Am ersten Tag hatte ich damit zugegebener Maasen meine Probleme aber das hatte sich nach dem ersten Tauchgang schnell erledigt. Wir machten einen Zwischenstop in den Ribbons 3&4 und verbrachten dort unseren ersten Tag. Ein solcher Tag sieht wie folgt aus:

  • 06:30 Aufstehen
  • Fruehstueck
  • 07:30 Dive 1
  • zweites Fruehstueck
  • 10:30 Dive 2
  • 12:00 Mittagessen
  • 13:00 Dive 3
  • 15:30 Dive 4
  • 17:30 Abendessen
  • 19:00 Nachtauchgang (Dive 5)

Danach hat man noch ein wenig Zeit um Seekrank zu werden, was mir auch vortrefflich gelungen ist. Gegen 22:00 Uhr ist man meist wieder im Bett. Nach dem ersten Tag, war klar mit reinem Sauerstoff so weitermachen ist nicht wirklich prima. Und so beschloss ich einen Nitroxschein zu machen. Das verhilft nicht nur zu laengeren Tauchzeiten, sondern ist auch gesuender. Mit Nitrox in der Tauchflasche war es viel lustiger und wie sich herraustellen sollte auch eine lohnende Investition. Schon am ersten begegnete uns eine finster dreinblickender Geselle. So ungfaehr meine Groesse.

Das war aber nur reine Fassade und unter der rauen Schalle verbarg sich ein weicher Kern. Wir wurden Freunde.

Und so schwammen wir dann Seite an durch das Riff. Die anderen Fische hatten gehoerigen Respeckt vor mir und meinem neuen Freund. Doch auch Nitrox geht irgendwann zu Ende und so fand diese wunderbare Freundschaft ein baldiges Ende. Zuruek an Bord ging es dann auch schon weiter in Richtung Osprey Riff. Die Fahrt dorthin war alles andere als ruhig und an Deck zu stehen war fast unmöglich. Ich habs nach dem drittenmal zumindest nicht mehr probiert und habe mich schlafen gelegt.

Am nächsten morgen war wir dann da.

Schon beim ersten Tauchgang zeigten sich die ersten Haie. Kleine, ca. 1,5 m grosse Weissspitzenriffhaie, die uns vereinzelt auf unserem Weg durchs Riff begegneten. Diese Tiere sind fazinierend, mit welcher Eleganz sie durchs Wasser gleiten. Und nein es sind keine Menschenfressmaschinen, ganz im Gegenteil. Jedes Jahr sterben ueber 100 Millionen Haie durch den Menschen! (Das muss an dieser Stelle mal gesagt werden). Beim zweiten Tauchgang signalierte mir mein Divebuddy eine weiter Haisichtung, und ich fragte mich warum er so willd mit den Haenden fuchtelt. Ja ich mag Haie, sehr sogar, aber die waren mittlerweile oefters zu sehen. Und dann bin ich hinterher und bog um die Riffecke und da lag er. Ein ca. 3,5m – 4m grosser Leoparden Hai. Als ich um die Ecke kam, erhob er sich elegant aus dem Sand und kam genau auf mich zu. Der geneigte Leser moege mir verzeihen das das folgende Video den Anfang vermissen mag, aber wenn ein solches Tier auf eine zuschwimmt ist es nicht ganz einfach die Kamera draufzuhalten.

 

Mit wenigen Flossenschlaegen verabschiedete sich dieses wunderschoene Exemplar in die weiten des Ozeans. Zurueck an Board war ich noch immer euphorisch und das im Koerper verbliebene Adrenalin tat sein uebriges und ich fuehlte mich gut, so richtig gut. Haie wie dieser waren genau der Grund warum ich hier bin. Der nachste Tauchgang war auch sehr schoen und waren sahen Schildkroeten und viele viele wunderschoene bunte Fische und antuerlich den einen oder anderen Hai, aber der Leopardenhai war ein einmaliges Erlebniss.

Am nachsten Tag sollte alles noch besser werden. (Und Allen die sich ein wenig um mein Wohl sorgen sei versichert ich habe noch alle Gliedmasen und Finger und bin ganzlich unversehrt.) Schon beim Breefing zum zweiten Tauchgang grinste der Diveinstructor in meine Richtung zeigend und das unaufhoerlich. Er hatte einen sehr gewoehnungsbeduerftigen Akzent. Aber es musste was mit Haien zu tun haben, soviel war sicher. Es hatte sich mittlerweile rumgesprochen das ich Haie gut leiden kann. Im Wasser, wurde mir klar was der Grund fuer sein Grinsen war. Ich war umgeben von Haien. Und nicht wie sonst ein, zwei oder hoechsten drei auf einmal. Nein um mich herum waren so an die 60 Haie.

Graue Riffhaie, Silberspitzenhaie und Weissspitzenriffhaie. Und auch auf die Gefahr hin jetzt uebertrieben und albern zu klingen. Angst hatte ich keine, es war einfach nur wunderschoen. Natuerlich hat man Respekt vor diesen Tieren, ganz klar. Aber im tiefen blauen Wasser umgeben von Haien, egal wohin man schaut ist einfach nur geil! Ja das war mal so richtig geil. Und so verbrachte ich die nachsten 60 Minuten in ca. 18 Meter umgeben von Anmut und Schoenheit.

Das ganze gibt es auch als Video, allerdings verschwimmen hier die Haie dank Komprimierung zu kleinen grauen Pixeln. Aber ich denke man kann es sich vorstellen.

 

Und was wirklich eine ganz neue Erfahrung war, ist ein Nachttauchgang genau an diesem Ort. Nachts im Schein der Unterwasserlampe einen Hai auftauchen zu sehen. Ganz ehrlich da muessen es auch nicht so viele sein. Wink Im Schein der Lampe leuchten Schrimpsaugen rot und Haiaugen gruen, und dann haengt alles nur noch vom Abstand der Augen ab. Grosser Abstand grosser Hai.

Ja, Australien gefaellt mir immer besser. Mal sehen was im Regenwald so los ist.

Sharkboy vom Great Barrier Reef, Australien

 

Update: nach dem Umzug meines Blogs habe ich nun genug Speicherplatz und hab mal ein paar Bilder ergänzt :-)

IMG_0683 IMG_0921 IMG_0923 IMG_0929 IMG_0949 IMG_0969 IMG_0978

You may also like...

16 Responses

  1. benohara sagt:

    bin just wieder aus tokio zurück und pflichte dir bei: dieser ort ist an seiner flashigkeit kaum zu überbieten.

    zum thema cairns: ja, saupottenhässlich, aber was will man bei einer stadt erwarten, die bis vor 20 jahren nur als seegurkenfischerkolonie existiert hat. deshalb tipp, wenn du wieder in cairns an land gehen solltest: setz dich in den bus (oder den zug oder die seilbahn), und fahr den berg hoch nach kuranda. ist zwar ne touristenfalle, aber von dort lassen sich geile trips in den dschungel machen (daintree oder auch barron(?) falls). und der regenwald dort ist wirklich regenwald.

  2. franky sagt:

    hi philipp, da freue ich mich doch sehr, dass es dir in oz so gut gefällt.schreib mal weiter so schön, dann ist das wie selber verreisen!viels spaß noch und genieß den trip!
    bye,franky+janine

  3. feedbackboy sagt:

    yo philipp…

    fantastico!
    ich überdenke gerade meine hai-abneigung…ich glaube fast ich will auch mit haien tauchen.

    enjoy!

    m

  4. frank sagt:

    Hedonist!
    Habe durch meinen Umzug nach London erst jetzt mitbekommen, dass Du die lebenslaengliche Urlaubssperre einfach so ignorierst.
    Damit das hier nicht zur heiteren Kaffeefahrt wird, haette ich ein paar Vorschlaege. Erklaer doch Deinem Diveinstructor bitte, dass er mit Sicherheit Nachfahre eines convicts ist. Wenn er dann irgendwas unverstaendliches antwortet reicht es vollkommen, sich auf `historical facts` zu berufen. Der naechste Tauchgang wird dann bestimmmt spannend. Parallel kannst Du Dich auch gleich mal fuers Kanguruhboxen anmelden. Und ausserdem empfehle ich Dir, Dich einen lieben langen Tag ohne Sonnencreme an Deck zu legen und lediglich eine 42 mit Tape auf der Brust abzukleben. Solltest Du dennoch durchkommen und Dein Rueckflug ueber London gehen, ist hier Endstation.
    Du entkommst mir nicht…

    Vielen Dank fuer die virtuelle Reise!

  5. Katharina sagt:

    Hallo Philipp,

    die Idee mit der 42 ist prima. Aber nicht auf der Brust sondern auf der Stirn fänd ich das noch schöner 😉 Nettes Branding… Mach Dich ab in den Dschungel und reite auf Krokodilen, ich sagte Dir doch: Cairns is oll. Nico meint gerade, Du sollst unbedingt Bundaberg Rum trinken und dabei mal an uns denken. Er redete von ner ganzen Flasche und nackt mit Haien schwimmen. Aber das muss ja nicht sein. Also nur trinken. Ahoi von uns beiden!

  6. Kavos sagt:

    Moin, mein Lieber… und Gruesse aus Sin City Las Vegas!
    Muss doch mal mitteilen, wie sehr ich mich freue, dass es endlich mit den Haien geklappt hat. Tja, und trotzdem… einer fehlt noch, oder

  7. theskietch sagt:

    @Kavos
    Jojojo, was machter denn beim FEIND?! 😀
    Versuch mal einen Einarmigen-Banditen-stalker: einfach verstohlen jemanden beobachten, der sein hartverdientes in einen automaten reineiert. Wenn er dann irgendwann ob des Geldes Mangel aufgibt – schwupps! – sofort Automat in Beschlag nehmen. Statistisch ist die Chance dann natürlich sehr hoch auf einen johanngras (jackpot). Aber Vorsicht: es gibt Stalker-Hunter 😀

  8. fh-bernd sagt:

    Hallo Philipp,
    besten Dank für die amüsante und regelmäßige Berichterstattung. es ist immer wieder eine morgentliche Bereicherung zu sehen, dass es außerhalb des Campus doch noch ein Leben gibt.
    Beste Grüße und lass es weiter so krachen.
    Bernd

  9. fancky sagt:

    hi flip,
    allet jute zum jeburtstach von den fancky’s.
    las es dir gut gehen und feiere schön.
    die fancky’s

  10. Rosi sagt:

    G’day, mate!

    Bin erst heute auf Deine Seite aufmerksam geworden und danke Dir fuer die schoene halbe Stunde, die ich gerade beim Lesen und vor allem Gucken hatte.
    Liegt das eigentlich am Smog hier in Jakarta, dass ich einen Artikel dreimal mit unterschiedlichen Bildern gesehen habe oder geht das anderen auch so?

    Ich habe mir die Daten fuer Indonesien notiert und den Regulator schon mal warm gestellt.

    Versuche bis dahin zu ueberleben!

  11. Chaos sagt:

    Freut mich zu hoeren das der Blog gefaellt. :)
    Vielen Dank auch fuer die Geburtstagswuensche. Die Stimmen aus der Heimat kann hier niemand ersetzen.

  12. Chaos sagt:

    @Feedbackboy
    Haie sind toll! Freu mich schon auf Dahab wenn wir dann alle zusammen nach Chantalle suchen, hihi.

  13. Chaos sagt:

    @Kavos
    Aber den einen krieg ich auch noch :)
    Mal sehen was in Samoa und Tonga so rumschwimmt. Ist aber zur Zeit einfach zu warm hier fuer Walhaie.

  14. Chaos sagt:

    @Frank
    Ich wuerde es nie wagen die mir auferlegte Urlaubssperre zu missachten. Da ich zur Zeit keiner regelmaessigen Arbeit nachgehe un sozusagen arbeitstechnisch Vogelfrei bin, ist das alles Freizeit. Ds mit dem Kangerooboxen und der 42 ist notiert und ich werde bald ueber Erfolg bzw. Misserfolg berichten. Wir sehen uns dann in London.
    Bleib tapfer!

  15. Chaos sagt:

    @Katharina
    Stirn finde ich prima und wenns richtig gut aussieht lass ich mir ein Tattoo daraus machen, an selbiger Stelle.
    Gruesse an Nico seine Ideen gefallen mir :)
    Und ich habe oft an euch und Australien gedacht, das passt durchaus zusammen :)

  16. Chaos sagt:

    @Rosi
    Grossartig! Wuerde ja total gerne in Nordsulawesi tauchen gehen. Ich melde mich nochmal per Mail aus Neuseeland.
    Gruesse!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *