Cape Tribunation

Am naechsten morgen erwache ich gut erholt und freu mich auf den kommenden Tag. Auf dem Weg zum Strand finde ich folgendes Schild

Da ich keine Lust habe Bekanntschaft mit einer Wuerfelqualle zu machen, gehe ich lediglich bis zu den Knien ins Wasser. Und selbst wenn es hier keine Wuerfelquallen gaebe muss ich sagen wuerde ich nicht sofort ins Wasser springen. Das Wasser hat etwas 35 Grad und ist deutlich warmer als die mich umgebende Luft. Und da bereits kleine Baeche Schweiss meinen Koerper entlagen fliessen, beschliesse ich mich zum Mittagessen zurueckzusiehen. Vorbei am Swimingpool denke ich an das Meer und wage es nicht mal mir vorzustellen welche Temepraturen der Pool wohl hat. Aber da ich eh nichts besseres zu tun hab, will ich mir beweisen das das Wasser im Pool genauso unerfirschend ist wie das Meer. Ich haenge meine Fuesse rein und ein kleiner aber sehr angenehmer Schauer jagt mir ueber den Ruecken. Der Pool ist gefuellt mit kaltem Wasser.

Ich renne zurueck zum Wagen reisse mir die Kleidung vom Leib und bedecke meine Bloesse sogleich mit einer Badeshort. Die naechsten 5 Stunden verbringe ich im Pool und beschliesse ob der wirklich warmen und feuchten Luft, die naechsten Tag und vorallem meinen Geburtstag hier zu verbringen. Waerend der Hauptsaison, im Winter, waere dieser Beschluss fatal, aber im Moment ist hier nichts los und ausschweifende Partys a la Cairns gibt es nicht. Zudem gibt es hier den aeltesten Regenwald der Welt und es ist auch mit die einzige Stelle weltweit, wo der Regenwald direkt bis zum Strand waechst. Und mit dem Strand vor der Nase und dem Regenwald im Ruecken lehen ich mich zurueck und nur um ein wenig spaeter die Selle umspuelt vom kalten Poolwasser eben jene baumeln zu lassen.

Love it!

Noch am selben Tag treffe ich ein paar Schweizer. Dei beiden Jungs sind schwer in Ordnung. Sie haben sich vor ein paar Tagen einen Toyota 4WD gekauft und wollen nun die Ostkueste entlang bis nach Sydney. Wir verstehn uns auf Anhieb und ich bin froh um ein wenig Gesellschaft.

Zusammen mit den Jungs gehen wir ermutigt von ein/zwei Bier nachts noch los auf den Weg der neben dem Campingplatz vorbeifuehrt und machen mit der Taschenlampe in der Hand jagt auf Spinnen und anderes Getier. Naja, eigentlich hatten wir mehr Muehe damit aufzupassen das div. Tierchen nicht Jagd auf uns machen. Und so brauchten wir fuer ca. 100m etwa eine halbe Stunde. Es war aber auch verdammt dunkel und unheimlich. Wir traffen auf einiges Spinnengetier

(die sieht nur klein aus ist aber etwa so gross wie eine Hand)

So motiviert buchten wir uns am naechsten Tag gleich fuer die naechtliche Dschungeltour ein. Die Tour geht etwa zwei Stunden quer durch den Regenwald und man macht sich auch auf die Suche nach Krokodilen. Das habe ich bei Tageslicht schon mal probiert hab aber leider keines gefunden.

(Die muessen hier irgendwo sein!! Steht ja schliesslich da auf dem Schild. Ich in typischer ’no worries“ Pose)

Mittlerweile ist mir auch das fuer Australien typische „no worrie’s mate“ in Fleisch und Blut uebergegangen. Der Australier besticht durch eine Kombination aus Laecheln, einem erhobenen Daumen und eben jenem Ausdruck auf den Lippen. Vorallem bei Fragen wie „Ist diese Tier den giftig“ ist das die beste Antwort. Erst spaeter sollte mir auffallen dass es die Australier diesen Spruch auch durchaus situationsunangepasst verwenden. Aber zum Glueck war die Schlange da schon weit weg.

Am naechsten Tag erfuellten die Schweizer mir einen grossen Wunsch, hab ja auch Geburtstag. Zusammen mit Ihrem 4WD machen wir uns auf, den Bloomfieldtrack zu befahren, eben jenen an dem ich mit meinem Camper versagt habe. Der erste Fluss (Creek) ist nun absolut kein Hidnerniss mehr und ich muss sagen das macht mal richtig Spass.

Die beiden Schweitzer sind auch total begeistert udn so dringen wir mit dem Vehikel immer tiefer in den Urwald vor und arbeiten uns von Creek zu Creek. Und selbst fuer 4WD Fahrzeuge ist dieser Track an manchen Stellen durchaus anspruchsvoll.

Da wird dann auch gerne vor der nachsten Durchfahrt diskutiert und die Wassertiefe gemessen, was durchaus Sinn macht da sich dank staendigem Regen die Verhaeltniss einem stetigem Wandel unterworfen sehen. (Zudem erhoeht es die Spannung wenn man knietief im Wasser steht und sich das „Achtung Krokodile“-Schild wieder vor Augen fuehrt. hihi)

So verschaffen wir uns Zugang zu unberuehrten wunderschoenen Straenden auf denen Mangrovenbaeume seit Jahrhunderten in Ruhe vor sich hin wachsen.

und gar seltsames Getier im Sand seine Spuren hinterlaesst.

(Diese Krabbe gibt es nur hier in FarNorthQueensland, meistens rotten Sie sich zusammen um zu tausenden ueber den Strand zu jagen)

Weiter auf dem Bloomfieldtrackin Richtung Cocktown. Auf dieser Strasse schafft man so ca. 20 km in der Stunde und Cooktown ist noch etwa 70 km entfernt. Wir beschliessen bis zur naechsten Ortschaft weiterzufahren und dort kehrt zu machen. Einige Flusslaeufe spaeter kommen wir in ‚Wujal Wujal“ an.

Und mir ist, auch wenn das Bild es anderst sugestiert, nicht wohl zumute. Darf ich hier sein? Oder viel mehr will ich hier sein? Hab ich genug geschwitzt? Ist wirklich alles raus aus meinem Koerper? Und wenn Sie nun meine Leber untersuchen, was dann? Wer die in diesem Moment in mir aufkeimende Unruhe nachvollziehen will, sollte sich mal das folgende Schild ansehen.

(Spass mal beiseite. Dieses Schild demonstriert eindeutig die Probleme, auf die man in diesem Land immer wieder stoesst. Wunjal Wunjal ist eine Aborigines-Community aus diesem Grund steht auch dieses Schild hier. Das ist die dunkle Seite des australischen Kontinents und der hiessigen Migrationspolitik. Es ist noch gar nich so lange her da wurden die Aborigines wie wilde Tier zum Spass abgeknallt. Und die Folgen sind allgegenwaertig. Aber darueber mag sich jeder sein eigenes Bild machen. Zurueck zum Bloomfieldtrack.)

Auf dem Rueckweg ist das Wasser ein klein wenig gesunken, da es seit ueber vier Stunden nicht mehr geregnet hat. Das durchfahren der Flusslaeufe macht trotzdem einen ungeheueren Spass und ich kann mich gerade noch beherschen nicht auf der Motorhaube Platz zu nehmen.

 

Zurueck am Campingplatz, machen wir uns sogleich daran das Abendmahl zu bereiten. Es gibt lecker Wuerstchen mit Kartoffelbrei und Obstsalat. Wir muessen uns ein wenig beeilen, denn bald soll sie losgehen die grosse naechtliche Dschungelwanderung. Aber wie der Australier schon sagt „No worrie’s mate“.

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4 Responses

  1. Katharina sagt:

    Danke für Deine Geschichten und die schönen Bilder und danke, dass Du mir schon mal zeigst, was ich heute in ziemlich genau einem Jahr sehen und machen werde 😉 AHOI und liebe Grüße!

    PS: Ach Filip! VB trinkt man nicht 😉 Schon gar nicht in Queensland! Dabei hattest Du schon den richtigen Hut für das richtige Bier auf. Aber nu ist ja auch egal…Die kleine australische Bierkunde kriegst Du dann hier in B. mal als Nachhilfe…

  2. thelittlegear sagt:

    Jap, da muss ich Käthchen recht geben! Also mit einem Coopers oder wenigstens einem Fosters Lager hätte der Herrrr aufwarten müssen!

    Aber da kommt einem doch ein Missiönchen: bring bitte für meine Sammlung ein PISS-Beer mit! Und falls Du durch aborigenesländer kommst, immer einen PISS-WEAK dabeihaben 😀

  3. Katharina sagt:

    nich fosters…damit bloß nicht in australien erwischen lassen 😉 aber nen „xxxx bitter“ wäre gut gewesen! das ist der regionale superstar in queensland und schmeckt wenigstens ein wenig nach bier. macht ja nix. nun hat er wenigstens nochmal nen grund, da wieder hinzufahren.

  4. Chaos sagt:

    also sooo schlecht schmeckt das VB auch nicht, zumal die hier ja das bier fast einfrieren, sonst ist es nciht kuehl genug. und was fosters angeht, so muss man deren marketingabteilung ein grosses lob aussprechen. das trinkt hier kein schwein und es ist auch fast nicht zu bekommen (ausser in souvenierliquorshops).
    Ja und das xxxx ist ganz lecker, aber ich freu mich schon auf eine kleine bierkunde :)
    komme ja wieder und will dann alles richtig machen :)

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