Cairns – Cape Tribunation inkl. Linksverkehr

Zurueck vom Boot, dauert es nicht lange, so ca. 2 Stunden, bis ich von Cairns wieder genug habe und nur weg will. Die Alternative zum Tauchen lautet hier Regenwald. Ich informiere mich ueber moegliche Mietwaegen und entscheide mich fuer Camperman Australia. Leider ist der favorisierte Camper schon weg und es ist nur noch einer ne Nummer groesser (fuer drei Personen) uebrig. Da dieser aber wiederum zu einem stark reduzierten Preis der meine sein kann, schlage ich zu. 84$ AusDollar am Tag sind zwar nicht gerade ein Schnaeppchen aber dafuer bin ich unabhaengig und spare mir die Kosten fuer ne Unterkunft. Zudem ist der Camper ausgesattet mit Kuehlschrank, Gasherd, Spuele und sogar einer Mikrowelle. Der Linksverkehr macht mir ein wenig sorgen und ich skizziere mir moegliche Verkehrssituationen auf einem Blatt Papier und uebe schon mal das Linksfahren, rein virtuell versteht sich.

Wenig spaeter werde ich am Hostel abgeholt und man bringt mich zur Mietwagenstation. Es regnet und ich frage mich ob das ein Zeichen ist.

 

Nach einer kurzen Einweisung, starte ich den Mottor und unter permanenten Murmeln meinerseits „Links, links, links, links…“ stelle ich fest, dass Linksfahren gar nich so schwer ist und ziehe gerade ncoh zurueck auf die linke Spur. Rechtsabbiegen will ich noch nicht wagen. Aber dank der strikt geometrischen Strasseneinteilung, wie in Amerika auch, finde ich mein Ziel auch durch simples Linksabbiegen. Ich pluender den Woolworth und kaufe Essen satt. Ich versuche eingermassen Vernuenftige Sachen in wirklich benoetigten Mengen zu kaufen, was mir nur wiederwillig misslingt. Egal, bin ja schliesslich jetzt Selbstversorger und auf dem Weg in die total Einsamkeit. Man kennt das australische Outback aus dem Fernseher und ich frage mich ob ich wohl Malcom Douglas begegnen werde, und was er wohl leckers zubereiten wird. Vielleicht Opossum geraeuchert. Und sogleich schaeme ich mich ob meiner in Massen vorhandener Instantnahrung.

Ich lenke mein Fahrzeug in Richtung Norden, meistere mein erstes Rechtsabbiegemanoever mit Bravour, die Australier sind selbst im Verkehr sehr verstaendnissvoll, und steuer in Richtung Port Douglas. Dort angekommen muss ich festellen dass hier ueberwiegend der Snob seine Bleibe gefunden hat und nicht gewillt ist diese mit mir zu teilen. Dies macht er mir mit horrenden Preisen fuer Campingplaetze klar. Aber das stellt kein wirkliches Problem dar und autark wie ich bin beschliesse ich mir ein schoenes Stueck Strand zu suchen und dort die Nacht zu verbringen. Der gewuenschte Strand ist schnell gefunden.

 Ich beschliesse die Nacht hier zu verbringen. Wer braucht schon Campingplaetze. Wahrend ich den Strand ablaufen, um mich mit meinem neuen Zuhause vertraut zu machen, entdecke ich ein schattiges Plaetzchen das etwas bergab zum Strand hin liegt und meinem Auto eine verdecktere Zuflucht bietet. Ich parke das Auto um und klopfe mir auf die Schulter, gut gemacht. Ein fluechtiger Blick hin zum Hang, und ich frage mich was wohl passiert wenn es regnet. Wird das mein Camper packen? Beschliesse mir nicht weiter den Kopf darueber zu zerbrechen und bereite mich auf die Nacht vor. Der Gedanke an das kleine nicht besodners Steile Stueckchen Hang das mich von der Strasse trennt, laesst mir jedoch keine Ruhe und ich beschliesse es einfach auszuprobieren. Nur um danach besser zu schlafen. 

Nachdem auch der fuenfte Anlauf scheitert, der Hang mittlerweile von meinen Reifen total zerwuehlt ist, hoffe ich das es nicht auch noch anfaengt zu regnen. Nach einer Stunde, mehreren Anlaufen und einer halben Palme unter den Reifen, schaffe ich es gerade so zurueck auf die Strasse. Wenigstens weiss ich jetzt das mein Toyota Hijet nix aber auch gar nix kann. Ich verbringe die Nacht auf einem Campingplatz am Wonga-Beach. Was den Vorteil hat dass ich dort Strom habe und meinen geliehenen Ventilator im Bus betreiben kann. Relativ frueh erwache ich und muss sagen der erste Blick nach draussen kann sich sehen lassen.

 

 Eine Schuessle Muesli spaeter (ja, richtig gelesen Muesli, das gabs dann jeden Tag, lecker) mach ich mich wieder auf den Weg. Mein nachstes Ziel, Cape Tribunation. Cape Trib. liegt noerdlich von Cairns und mitten im Regenwald. Da will ich heute noch hin.

Mit zuhnemendem Kilometerstand nimmt auch die Dichte des mich umgebenden Waldes zu. Und da es ununterbrochen regnet nehem ich an das ich im Regenwald bin. Es ist wunderschoen. All diese gruentoene die miteinander um den besten Platz an der Sonne wetteifern. Herrlich! Unterwegs begegnen mir mittlerweile so gut wie keine Autos mehr und ich deute das als ein Zeichen hervoragende Zielauswahl und freue mich auf Cape Trib.

 Die Sonne spielt Katz und Maus mit dem Regen und es geht immer hoeher und immer weiter in den Regenwald hinein. Als ich wenig spaeter mit der Faehre uebersetz, die Strasse wird hier frecherweise von einem Fluss unterbrochen, daemmert mir das ich nun auf dem Weg in den Dschungel bin, fernab jeglicher Zivilisation.

 Die Strassen werde immer steiler, was durch zusaetzliche Kurven ausglichen wird, und der Regenwald ist nun omnipraesent. Noch sehe ich keine Tiere, bin mir aber sicher das hinter jedem Stamm mindestens drei lauern (wobei diese Schaetzung nur extrem giftige Tiere beinhaltet).

Wenige Stunden spaeter, mein Toyota rutscht zwar nicht auf bergigen Asphaltierten Strassen, beschleunigt aber auch nicht wirklich, komme ich in Cape Tribuntaion an. Ich beschliesse mir erstmal die Stadt anzusehen und mir dann eine Bleibe fuer die Nacht zu suchen. Der Weg ist jetzt nur noch uebereinander gehaufter Schotter und voller Schlagloecher. Aber das ist schon ok, bis zur Siedlung werde ich es wohl schaffen. Einige hundert Meter, zwei wirklich steile Haenge und dutzenden von Schlagloechern spaeter daemmert mir das ich mittlerweile auf dem sog. Bloomfieldtrack gelandet bin. Dieser Track verbindet Cape Trib. mit Cooktown und ist ausschliesslich 4WD-Fahrzeugen vorbehalten. Als mir der erste Fluss den Weg versperrt ist mir auch klar warum. Nur mit Muehe quaelt sich ein Toyota Landcruiser seinen Weg durch das prall gefuellte Flussbett. Der Fahrer sieht mich fragend an und ich meine ihn lachen gehoert zu haben. So motiviert, drehe ich um, und mache mich auf den Rueckweg. Ich parke vor dem PK Jungelvillage und erfahre das es hier kein Siedlung gibt. Ich denke nochmal ueber die Bezeichnung der hiesigen Gegend nach und stelle fest das in dem Namen „Cape Tribunation“ nichts auf eine Stadt hindeutet und checke ein. Der Campingplatz kostet 10$ und es gibt ne Bar und nen Pool. 

Es wird allmaehlich dunkel und ich geniesse das letzte Tageslicht am Strand mit einem schoen gekuehlten Bier aus meinem Kuehlschrank.

(Das sieht nicht nur so aus, der Strand ist tatsaechlich menschenleer) 

Das Leben koennte schlimmer sein, und ich freue mich Cairns hinter mir gelassen zu haben und bereu das in den Mietwagen investierte Geld keinewegs. 

Cheers,

DschungelPhil 

 

 

You may also like...

2 Responses

  1. Feedbackboy sagt:

    Yo Philipp!

    Du fährst links im Stranddschungel und isst Müsli?

    Faszinierend!

    M

  2. Chaos sagt:

    nicht nur dass, es macht auch noch unglaublich viel spass, hihi
    (rechte augenbraue nach oben zieh)

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *